Geländefahrtipps

 

Umweltbewusstes Fahren

Einfache Richtlinien für verantwortungsvolle Geländefahrer

26 Tipps für erfolgreiches Fahren im Gelände

Matsch

Geröll

Schnee

Sand

Umweltbewusstes Fahren

Das Fahren mit Allradfahrzeugen auf Privatgrundstücken und Nebenstrecken wird immer beliebter. Tausende von Fahrzeugen werden jährlich auf dem Untergrund getestet, für den sie ursprünglich geschaffen wurden. Leider wird mit Zunahme dieser Zahlen auch unsere Umwelt immer mehr zerstört, sei es durch Fahrlässigkeit oder durch Unwissenheit.

 

Um dem Einhalt zu gebieten, wurden in vielen Fällen kilometerlange Abschnitte von Nebenstrecken für Allradfahrzeuge gesperrt. Uns stehen zwar immer noch hunderte von Kilometern auf Nebenstrecken und öffentlich zugänglichen Privatgrundstücken zur Verfügung, doch müssen wir mit der Umwelt verantwortungsbewusster umgehen, um uns diesen Fahrspaß auch in Zukunft zu erhalten.

 

Einfache Richtlinien für verantwortungsvolle Geländefahrer

26 Tipps für erfolgreiches Fahren im Gelände

  1. Mache Dich mit Deinem Fahrzeug vertraut
  2. Lasse Deinen Egoismus zu Hause und akzeptiere, dass einige Wege nicht passiert werden können oder dürfen.
  3. Überprüfe an deinem Fahrzeug folgende Punkte:

 

  1. Sei für Pannen gerüstet, und nimm folgendes mit: Wagenheber, Abschleppseil, Schaufel, Schäkel, Handschuhe usw.
  2. Führe immer einen Verbandskasten im Wagen mit.
  3. Besorge Dir Karten des jeweiligen Gebiets, und bleibe stets nur auf den zugelassenen Straßen. Mache Dich mit der Gegend vertraut, und teile grundsätzlich jemanden mit, wohin Du fährst.
  4. Fahre möglichst niemals allein.
  5. Halte Abstand zu den Fahrzeugen vor Dir und lasse erst ein wenig Zeit verstreichen, bevor Du einem Fahrzeug einen Hügel hinauf oder hinunter folgst. Parke möglichst nicht am Fuße oder auf der Kuppe eines Hügels.
  6. Fahre so, dass Du niemals die Kontrolle über Dein Fahrzeug verlierst.
  7. Fahre mit Feingefühl. Durchdrehende Räder können Umweltschäden verursachen und das Fahrzeug außer Kontrolle geraten lassen.
  8.  Denke immer daran, so langsam wie möglich und so schnell wie nötig zu fahren (mit Allradantrieb max. 60 km/h)
  9. Greife nicht mit dem Daumen über das Lenkrad.
  10. Überwache das Terrain genau. Die Bodenbeschaffenheit erkennen zu können, spielt beim Fahren im Gelände eine sehr wichtige Rolle.
  11. Nach der Geländefahrt solltest Du Dein Fahrzeug überprüfen, bevor Du damit wieder auf öffentlichen Straßen fährst.
  12. Und eines noch: Solltest Du bezüglich des zu durchfahrenden Terrains einmal unsicher sein, steige aus und überprüfe die Strecke zu Fuss.
  13. Schalte den Allradantrieb ein, bevor die Räder durchdrehen könnten.
  14. Fahre immer mit laufenden Motor und eingelegtem Gang, insbesondere bei Rückwärtsfahrt beachten. Schalte vor schwierigem Gelände und vor extremen Steigungen die Untersetzung im Stand zu. (Achte beim Fahren darauf, dass Du die Kupplung nicht schleifen lässt. Schon leichtes Antippen des Kupplungspedals führt bereits zu größerem Verschleiß.  Das Kupplungspedal ist keine Fußstütze!).
  15. Springe nicht mit Deinem Fahrzeug!
  16. Befahre steile Auf- und Abfahrten nur in Fallline, da sonst Kippgefahr des Fahrzeugs besteht.
  17. Musst Du einen Hang schräg befahren, so lenke sofort in Falllinie (bergab), wenn das Fahrzeug zu kippen droht.
  18. Lege auf Gefällstrecken einen kleinen Gang ein und bremse mit dem Motor – überdrehe dabei den Motor nicht. Bremse gegebenenfalls mit der Fußbremse in kleinen Intervallen.
  19. Führe nach klangen Abfahrten eine Bremsprüfung durch.
  20. Überschreite die am Fahrzeug angegebene Watt-Durchfahrtstiefe (beim Mahindra 60cm) nicht überschreiten. Stelle die Wassertiefe vorher fest. Nimm keinen Anlauf, sondern fahre langsam durch das Wasser und vermeide dabei Bugwellen.
  21. Bremse nach Wasserdurchfahrten die Bremsbeläge trocken.
  22. Achtung: Bei Fahrten durch tiefen Schlamm setzen sich die Bremsen zu, wodurch die Bremswirkung erheblich beeinträchtigt wird. Eine Reinigung durch Öffnen der Bremsen ist daher dringend zu empfehlen.
  23. Senke vor dem Fahren im Sand den Reifendruck auf 0,8 – 1,5 bar ab (bei Reifen mit Schlauch nicht unter 1,5 bar) und korrigiere ihn vor der Rückkehr auf befestigte Straßen wieder auf den korrekten Wert. (handelsübliche 12V-Kompressoren um ca. EUR 14,-- sind hierbei eine große Hilfe).

 

 

Wichtig: Das Fahren im Gelände verlangt eine Menge Fähigkeiten, aber eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Geländefahrten ist die Verwendung des richtigen Reifens. Von ihm kann es abhängen, ob Du stecken bleibst oder die Situation mit Leichtigkeit meisterst. Solltest Du nicht sicher sein, ob die Reifen an Deinem Fahrzeug für Deine Zwecke ausreichen, berät Dich der Reifenfachhandel gerne.

 

Matsch

Untersuche die Situation immer erst zu Fuss. Das erfolgreiche Durchfahren von matschigen Gebieten hängt allein vom richtigen Schwung ab. Schalte je nach Drehmoment Deines Fahrzeugs, in einen niedrigen zweiten oder dritten Gang. Dadurch wird das Fahrzeug gleichmäßig angetrieben. Hohe Drehzahlen führen in niedrigen Gängen nur zum Durchdrehen der Räder.

Vorsicht: Bei tiefen Furchen kann Dein Fahrzeug leicht an Bodenfreiheit verlieren und den durch den Matsch entstehenden Fahrtwiderstand noch zusätzlich erhöhen. Wenn Du also zu langsam fährst, führen der Sog des Matsches und der Widerstand vom Differential, Federlagern und Unterbodenteilen dazu, dass der Wagen nur schwer vorankommt. Fährst Du hingegen zu schnell, schlingert Dein Fahrzeug heftig hin und her, so dass die Räder durchdrehen und Du leicht die Fahrspur verlieren kannst.

Sollten die Räder trotz richtiger Drehzahl in geeignetem Gang durchdrehen, musst Du nur vom Gas gehen und die Räder langsamer drehen lassen, bis sie wieder greifen. Haben die Reifen an Traktion verloren, so dass sich das Fahrzeug kaum noch vorwärtsbewegen lässt, dann gebe leicht Gas und drehe das Lenkrad möglichst schnell und mindestens 360°, damit die Reifen wieder Halt finden können.

 

Geröll

Beim Durchfahren von felsigem Terrain ist das Rechtzeitige Erkennen der Bodenbeschaffenheit besonders wichtig. Denke dabei besonders an die vorstehenden Teile unter Deinem Fahrzeug. Durch zu hohe Geschwindigkeiten erfährt Dein Fahrzeug einen Pendeleffekt, der es heftig auf und ab schlingern lässt, sodass die Räder durchdrehen und an Traktion verlieren. Außerdem können wichtige Getriebeteile beschädigt werden, wenn durchdrehende Räder zu plötzlich wieder Bodenkontakt gewinnen.

Schalte in einen niedrigen ersten oder zweiten Gang mit niedrigen Drehzahlen, und nutze das Drehmoment des Fahrzeugs aus, um felsiges Gebiet zu durchfahren. Achte auf Kipp-, Einfahr- und Ausfahrwinkel, um schwere Beschädigungen an Deinem Fahrzeug zu vermeiden.

 

Schnee

Die meisten Fahrer verwenden auf Schnee den oberen Gangbereich ihres Fahrzeugs. Sei vorsichtig: Denke immer daran, dass Dein Fahrzeug zwar doppelt soviel Bodenhaftung wie ein gewöhnlicher Wagen hat, aber nicht doppelt soviel Bremskraft!

Du kannst mit einem Allradfahrzeug zwar schneller fahren, doch wenn es die Traktion verliert und zu rutschen anfängt, hat es aufgrund des großen Eigengewichts einen längeren Bremsweg und gerät leichter außer Kontrolle!

Vermeide plötzliches Gas geben und zu hartes Bremsen, da beides zu einem Verlust an Bodenhaftung führt.

Ist die Schneedecke sehr dünn, können die Reifen sie normalerweise durchbrechen und auf dem Grund darunter Halt finden. Bei festgefahrenen oder tiefen Schnee solltest Du in einem niedrigen dritten oder vierten Gang fahren. Durch die geringeren Drehzahlen (vermindertes Motordrehmoment) können die Reifen besser greifen. Bei extremen Bedingungen solltest Du Schneeketten anlegen. Drehen die Räder durch, solltest Du wie auch beim Fahren auf matschigen Untergrund vom Gas gehen, damit die reifen wieder Halt finden.

 

Sand

Auf sandigem Untergrund den Reifendruck bei Reifen mit montiertem Schlauch auf minimal 1,5 bar reduzieren. Bei weniger Luft kann es beim Anfahren oder Bremsen den Pneu auf der Felge drehen - was unabdingbar zum Abreißen des Schlauchventils führt. Für schlauchlose Reifen sollte ein Mindestdruck von 0,8 bar nicht unterschritten werden, damit der Reifen nicht von der Felge gedrückt wird.

Vor Sandpassagen rechtzeitig in die Untersetzung schalten und die Kraft der untersetzten Fahrstufen gefühlvoll nutzen. Das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) ausschalten, sofern Dein Fahrzeug so was überhaupt hat.

Spuren im tiefen Sand sind verführerisch, aber mit Vorsicht zu benutzen - wo bereits ein Fahrzeug fuhr, ist die dünne, von der nächtlichen Luftfeuchtigkeit verdichtete Oberfläche aufgebrochen und der Sand meist besonders tückisch.

Sind vorhandene Trassen tragfähig, sollten man diese dagegen nutzen, um die Natur zu schonen und zusätzliche Fahrspuren im unberührten Sand zu vermeiden.

Niemals mit dem Fahrzeug in den Dünen springen - die Räder gehören stets auf den Boden. Vor allem, wenn es nach einer Sandkuppe viele Meter steil bergab geht. Geländewagen mit Frontmotor gehen dann in eine ballistische Flugbahn über, prallen mit dem Bug auf und überschlagen sich in der Regel vorwärts.

Jede Düne vor dem Überfahren möglichst zu Fuß abgehen. Nur dann weiß man, was einen auf der anderen Seite erwartet! Sind mehrere Geländewagen zusammen unterwegs, sollte ein Beifahrer stets auf der Düne stehen bleiben und dem nachfolgenden Fahrer signalisieren, ob die Strecke frei ist - das heißt, das vorausfahrende Auto zum Beispiel nicht in der Dünenabfahrt festsitzt.

Ein steiler Sandhang beziehungsweise eine Düne werden immer in der Falllinie und in Untersetzung befahren. Der 3. - oder bei extremen Steigungen - der 2. Gang der Untersetzung sind dafür meist die beste Wahl. Stets so langsam wie möglich fahren. Optimal ist es, wenn das Fahrzeug gerade über die Kuppe rutscht und der Fahrer anhalten kann, um sich den Weg für die Abfahrt in Ruhe anzuschauen. Kann eine Steigung nicht bewältigt werden: Den Rückzug im Rückwärtsgang antreten. Keinesfalls die Kupplung treten oder bei Automatikgetrieben den Wählhebel auf "N" stellen - der Kraftschluss muss erhalten bleiben, um die Bremswirkung des Motors zu nutzen. Anschließend den Versuch mit einer etwas höheren Anfahrtsgeschwindigkeit wiederholen.

Muss bergab ein Hindernis umfahren werden, sofort zurück in die Falllinie lenken, wenn das Fahrzeug zu Kippen droht. Bei Dünenauffahrten sollte deswegen auch ein Umkehren im Hang tunlichst vermieden werden. Die steile Seite einer Düne hat - dem Schüttwinkel von Sand entsprechend - ein maximales Gefälle von 38,5 Grad. Sicher zu fahren sind Schräglagen bis etwa 30 Grad. Die meisten Geländewagen kippen zwar erst bei 40 Grad - aber dieser statische Wert ist im Fahrbetrieb beim seitlichen Rutschen und Einsinken in den weichen Untergrund schneller erreicht, als der Fahrer plant. Zudem hängt der Kippwinkel von der Art und Größe der Bereifung ebenso ab wie vom Schwerpunkt, der sich durch die Zuladung und vor allem durch Dachlasten ändert.

Ist der Hang gemeistert, unmittelbar vor dem Überfahren der Kuppe das Gas wegnehmen. Dadurch wird der Schwung ausgenutzt und ein zu schnelles Überfahren verhindert.

Die Sandabfahrt sollte im gleichen Geschwindigkeitsbereich erfolgen wie die Auffahrt. Generell gilt bergab dasselbe wie für Schrägfahrten: Es wird immer mit gerade gestellten Rädern in der Falllinie gefahren. Sind die Übergänge am Fuß der Düne zu abrupt, kann auf den letzten Metern kurzzeitig von der Senkrechten abgewichen und der Übergang leicht schräg angefahren werden, damit Bug- oder Heckpartie nicht aufsitzen.

Droht bergab das Heck des Fahrzeugs auszubrechen, beschleunigen. Andernfalls kann es passieren, dass die Schräglage zu groß wird und sich der Geländewagen seitlich überschlägt. Nur einlenken in die Falllinie und beherztes Gasgeben - und unter Umständen der Wechsel in die nächst höhere Gangstufe - verhindern dann das Umkippen.

Sind eine Düne oder Tiefsandstrecke nicht zu meistern, den Untergrund nicht unnötig verwühlen sondern erst am kommenden Morgen einen neuen Versuch unternehmen: Durch die Luftfeuchtigkeit der Nacht ist der Sand morgens tragfähiger wie später, wenn die Sonne gleißend am Himmel steht.

Bei Fahrten durch Sand steigt der Kraftstoffverbrauch deutlich an. Dazu wirken sich Dachträger, eine stets laufende Klimaanlage, Geländereifen und das hohe Gewicht eines fernreisetauglich ausgestatteten Autos nachteilig auf den Kraftstoffkonsum aus.

Die Faustregel: Im Durchschnitt mit einem Mehrverbrauch von 30 Prozent rechnen.

Fahrzeuge mit Türen:
Die schließen zwar dicht, aber puderfeiner Sand dringt dennoch ins Fahrzeug. Vor allem, sobald eines der Fenster auch nur einen Spalt geöffnet ist und dadurch für einen Unterdruck im Innenraum sorgt. Deshalb: Die Klimaanlage anschalten, die elektrische Lüftung auf Stufe zwei oder drei stellen, die Taste für die Umluft betätigen und die Fenster geschlossen lassen. Der so erzeugte Überdruck im Fahrgastraum verhindert, dass durch Türdichtungen oder das Fenster der Staub der Piste angesaugt wird.

Bei Fahrten in Sand und Staub setzen sich mit der Zeit sowohl Motorluft- als auch Innenluftfilter zu. Die Einsätze sollten deswegen alle 1.000 Kilometer kontrolliert und gegebenenfalls mit Druckluft (gegen die Strömungsrichtung) ausgeblasen werden.

Wird aus den Reifen ein wenig Luft abgelassen (auf  ca. 0,8 – 1,5 bar Luftdruck), vergrößert sich dadurch ihre Auflagefläche, so dass sie besser greifen. Denke jedoch daran, dass dadurch die Bodenfreiheit des Fahrzeugs verringert wird und die Reifenflanken leichter beschädigt werden können. Bevor Du wieder auf normalen Straßen fährst, musst Du die Reifen also wieder aufpumpen. (z.B. mit einem 12V Autokompressor am Zigarettenanzünder).

Tust Du das nicht, werden die Reifen leicht überhitzt und können sich in Kurven von den Felgen lösen.


Inhalt von:Ing. Karl ESKE