Wissenswertes über Schmiermittel

 

 

Grundsätzliches

SAE-Klassen

Einbereichsöle

Mehrbereichsöle

Klasseneinteilung nach Eigenschaften

Alte CCMC-Motorölspezifikationen

Neue ACEA-Motorölspezifikationen

Viskositätsklassen

Grundsätzliches

Die hohe spezifische Leistung moderner Motoren und höhere Drehzahlbereiche ergeben große thermische und mechanische Beanspruchungen; die zusätzlichen Belastungen der besonderen Verkehrsbedingungen unserer Zeit führen dazu, daß auch das Motoröl schwersten Belastungen ausgesetzt ist. Insbesondere

1. bei langen Autobahnfahrten mit hoher Geschwindigkeit

2. bei Stadtverkehr mit häufigem Anhalten ("Stop und Go''-Betrieb).

Im ersteren Fall können durch die hohe thermische und mechanische Beanspruchung Oxydationen auftreten, welche Ablagerungen im Motor verursachen. Im zweiten Fall - durch die niedrige Betriebstemperatur des Öls - kommt es zur Bildung von Kondenswasser, wodurch das Schmieröl verunreinigt wird. Die zusätzliche ungenügende Kraftstoff-Verbrennung im Stadtbetrieb kann zusätzlich eine Verdünnung des Schmieröls hervorrufen.

Was sind die bedeutendsten Eigenschaften eines Motoröls?

Folgende Eigenschaften, selbst unter schwersten Betriebsbedingungen, muß ein gutes Motoröl aufweisen.

1. Entstehende Reibung vermindern durch das Überziehen der Flächen mit einem Ölfilm.

2. Einen hohen Viskositätsindex aufweisen, der sowohl bei hohen als auch niedrigen Temperaturen einen einwandfreien Betrieb gewährleistet.

3. Beseitigung von Rückständen: Harze, kohleartige Rückstände und andere schädliche Stoffe, die sich an kritischen Stellen des Motors ablagern können, müssen beseitigt werden. Die Fähigkeit des Öls, die Rückstände zu beseitigen, wird Detergent- und seine Fähigkeit, die

Rückstände mitzuführen, Dispersant-Wirkung genannt. Ein optimales Öl zeigt auch nach längerem Betrieb keinen Bodensatz von Schmutzstoffen (den so genannten "Ölsumpf"), und das Öl selbst bleibt von oben absaugbar.

4. Oxydationsfest: chemisch beständig, weil die Oxydation Eigenschaften des Öls beeinträchtigt.

5. Korrosionsschutz: Durch das Eindringen von Kondenswasser kann Rost an den Motorteilen

verursacht werden. Davor muß ebenfalls das Motoröl schützen.

6. Vermeidung von Schaumbildung: durch die starke Bewegung beim Umlauf des Motors;

Schaum schmiert nicht.

7. Einen tiefen Pourpoint haben, weil dickflüssige Öle in Pourpointnähe Startschwierigkeiten verursachen und die Schmierung nicht gewährleistet ist.

8. Eine hohe Siedekurve haben: um den hohen Betriebstemperaturen heutiger Motoren zu entsprechen.

 

Diese 8 Eigenschaften sind in Vorschriften niedergelegt, die eine Klassifizierung der Schmieröle gestatten. Nachstehend eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten dieser Vorschriften.

 

Die Einteilung nach SAE -Klassen

 (SAE= Society of Automotive Engineers  - siehe Geschichte des Mahindra)

Diese Einteilung hat den Zweck, die Öle nach ihrer Viskosität einzustufen, unabhängig von ihrer sonstigen Qualität. Bei Schmierstoffen ist die Viskosität eine besonders wichtige Eigenschaft. Ist sie zu hoch, kann das Öl nicht alle Stellen des Schmierkreislaufes erreichen.

Ist sie zu niedrig, ist ein kontinuierlicher Schmierfilm nicht gewährleistet. Ein "Festfressen" der bewegten Teile des Motors kann die Folge sein.

Bei hoher Temperatur vermindert sich die Viskosität, während sie bei niedriger Temperatur

zunimmt, das Öl wird dickflüssig.

Entscheidend ist nun der Viskositätsindex: Bei Ölen mit einem hohen Viskositätsindex ändert sich die Viskosität bei Temperaturunterschieden kaum oder wenig. Diese Öle sind wertvoller und teurer.

Die Viskosität wird in Klassen festgelegt, wobei die Viskositätsklassen für Motoröle sind:

SÄE OW; 5W; 10W; 20W; 25W; 20; 30; 40; 50; 60

(Der Buchstabe "W" bedeutet Winter).

Der Hersteller gibt daher eine Empfehlung für einen bestimmten Fahrzeugtyp und für die Jahreszeit, wobei z.B. die Klassen 5W, 10W, 20W für kaltes Klima und kalte Jahreszeit, die Klassen 20,30,40 für eher gemässigtes Klima und warme Jahreszeit geeignet sind. Die Klassen 50, 60 sind für heißes Klima unter schwersten Betriebsbedingungen

geeignet.

Zusätzlich zu der Viskositätseinteilung gibt es 2 Bezeichnungen, die häufig verwendet werden:

Einbereichsöle:Darunter versteht man Öle, deren Viskosität nur für eine der genannten Klassen geeignet ist; es handelt sich daher um Öle, die man entweder nur im Winter oder nur im Sommer verwenden kann. Ein entsprechender Ölwechsel, der der Jahreszeit angepasst ist, ist daher erforderlich.

Mehrbereichsöle (Multi-Grade):Im Gegensatz zu den Einbereichsölen umfassen

diese einen breiten Anwendungsbereich, d.h. es ist kein jahreszeitlich bedingter Ölwechsel vorzunehmen. Bekannt sind sie unter den Bezeichnungen 10W/50, 10W/40 (universelle Klasse für fast alle Fahrzeuge geeignet) und 15W/50 (Öle mit hohen Mehrbereichseigenschaften) oder SÄE 10W/30 und 15W/40 (Öle mit geringen Mehrbereichseigenschaften).

 

Die Angabe erfolgt in mm2/s (Quadratmillimeter pro Sekunde), früher in cSt (Zentistoke).

 

Klasseneinteilung nach Eigenschaften:

In diesem Fall werden dem Öl zu einem bestimm ten Verwendungszweck zusätzlich Substanzen (Additive) beigemischt, welche dem Öl bestimmte Eigenschaften verleihen oder bestimmte Eigenschaften verbessern. Deshalb unterscheidet man bei Motorölen reine Mineralöle und solche mit Additives.

Diese Additives sollen die Schmierfähigkeit des Öls, seine Anti-Rost- oder Anti-Oxydationseigenschaften und die Detergent- und Dispersantwirkung unterstreichen.

Für Motoröle gibt es gebräuchliche amerikanische Militärspezifikationen, während es zusätzliche separate Spezifikationen für die KFZ-lndustrie gibt.

Am gebräuchlichsten und am weitverbreitesten ist die API-(American Petroleum Institute-)

Klasseneinteilung Seit 1971 gibt es folgende Klassifizierung, welche nichts mit der Viskosität gemein hat (diese wirkliche Motorlebensversicherung steht meistens auf der Rückseite der Etikette)

 

SA       Benzin- und Dieselmotoren bei leichten Betriebsbedingungen (reine Mineralöle).

 

SB       Benzinmotoren bei leichten Betriebsbedingungen (Mineralöle mit Anti-Verschleiß-

und Anti-Oxydationseigenschaften).

 

SC       Von 1964 bis 1967 hergestellte Benzinmotoren.

 

SD       Von 1968 bis 1970 hergestellte Benzinmotoren.

 

SE       Nach 1971 hergestellte Benzinmotoren.

 

SF        Nach 1981 hergestellte Benzinmotoren.

 

SG       zusätzlich zu SF: CAT 1 H2 Test (Kolbensauberkeit) und verschärfte Prüfung von

Öloxydation, Schlamm- und Lackbildung (neue Sequenzen III E. u. V E).

 

SH       Test- und Testlimits wie SG, ohne Caterpillar 1 H2-Test aber mit verschärfter Testprozedur!

 

SJ        Aktuelle API Spez. zum Zeitpunkt der Niederschrift, besser als SH

 

CA      Dieselmotoren bei leichten Betriebsbedingungen.

 

CB       Dieselmotoren bei normalen Betriebsbedingungen.

 

CG      Dieselmotoren bei schweren Betriebsbedingungen.

 

CD      Aufgeladene Dieselmotoren und Dieselmotoren, die unter schwersten Bedingungen

arbeiten.

 

CE       Anforderungen wie API-CD, zusätzliche Motortests:

Cummings NTC 400 und Mack EO-K/2

 

CF4     Anforderungen wie CE, aber: Caterpillar

1 K- und verschärfter Cummings NTC 400-Test

 

CG4    Aktuelle Spezifikation für Dieselmotoren

 

Alte CCMC-Motorölspezifikationen*)

*) CCMC=Committee of Common Market Automobile Constructers

 

G4       PKW Benzinmotoröle

G5       PKW Benzin-, Leichtlaufmotoröle

PD2     PKW Dieselmotoröle

D4       Nutzfahrzeugdieselmotoröle

D5       SHPD-Nutzfahrzeugdieselmotoröle für WIV (Wartungsintervallverlängerung)

 

 

Neue ACEA-Motoröl-Spezifikationen*)

 gültig ab dem 01. 01. 1996

 

*)Association des Constructeurs Europeens d'Automobiles

Verband der europäischen Automobil-Hersteller

 

Ottomotoren-Kennbuchstabe A

A1  Qualität mit spezieller Forderung ans Grundöl (HTHS)

A2  überdeckt CCMC G4 und API SG

A3  überdeckt CCMC G5 und API SH

Höhere Anforderungen gegenüber CCMC und API bei:

• Grundölqualität

• Ölverbrauch

• Verschleißreduzierung

• Fuel Economy

 

leichte Dieselmotoren für PKW/Transporter - Kennbuchstabe B

 

B1  Qualität mit spezieller Forderung ans Grundöl (HTHS)

B2  überdeckt CCMC PD2

B3  höchster Qualitätslevel

B4  speziell für Direkteinspritzmotoren (noch nicht offiziell eingeführt)

Höhere Anforderungen gegenüber CCMC bei:

• Grundölqualität

• Verschleißreduzierung

• ganzheitliche Betrachtung im Motor OM 602 nach 7 Kriterien

 

Nutzfahrzeug Dieselmotoren - Kennbuchstabe E

 

El   überdeckt CCMC D4 und API CD

E2  überdeckt MB Blatt 228.1 im Bore Polishing

E3  überdeckt CCMC D5

E4  höchster Qualitätslevel (längste Wechselintervalle-100.000 km, z.B.: im Mercedes Actros)

Höhere Anforderungen gegenüber CCMC und API bei:

• Grundölviskosität, speziell 10W-40 Ölen

• Bore polishing im Standardbereich

• Motorensauberkeit

• Ölverbrauch und Filtration

  ganzheitliche Betrachtung im Motor OM 602 nach 7 Kriterien

 

 

 

Anhand dieser Richtlinien sind daher folgende Produkte im Handel erhältlich (ohne Spezialitäten)

 

Viskositätsklassen für

Einbereichs-Motorenöle:          OW, 5W, 10W, 15W, 20W, 25W, 20, 30, 40, 50 und 60

Mehrbereichs-Motorenöle:       OW-30, OW-40,  5W-30, 5W-40, 10W-30. 10W-40 (Mahindra), 15W-40, 5W-50 usw.

 

Einbereichs-Getriebeöle: 70W, 75W,  80W,  85W,  90 (Mahindra), 140 und 250

Mehrbereichs-Getriebeöle: 75W-90, 80W-90, 85W-90 (Mahindra), 85W-140 usw.

 

2-Takt-Motorenöle (vorgelöst, selbstmischend)

 

Motorenöle gemäss der CCMC-Spezifikation             G4 (seit dem 1.1.1997 nicht mehr gültig)

Motorenöle gemäss der CCMC-Spezifikation             G5 (seit dem 1.1.1997 nicht mehr gültig)

Motorenöle gemäss der CCMC-Spezifikation             PD2 (seit dem 1.1.1997 nicht mehr gültig)

Motorenöle gemäss der CCMC-Spezifikation             D4 (seit dem 1.1.1997 nicht mehr gültig)

Motorenöle gemäss der CCMC-Spezifikation D5 (seit dem 1.1.1997 nicht mehr gültig)

Motorenöle gemäss der ACEA-Testsequences            A1-96

Motorenöle gemäss der ACEA-Testsequences            A2-96

Motorenöle gemäss der AGEA-Testsequences            A3-96

Motorenöle gemäss der ACEA-Testsequences            B1-96

Motorenöle gemäss der ACEA-Testsequences            B2-96

Motorenöle gemäss der ACEA-Testsequences            B3-96

Motorenöle gemäss der ACEA-Testsequences            E2-96

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation      SF/CG und der Spezifikation MIL-L-4615 B

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation      SG und der Spezifikation MIL-L-46152 D

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation      SH (gemäss dem CMA-Code of Practice)

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation      SJ (gemäss dem CMA-Code of Practice)

 

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation CD und gemäss der Spezifikation MIL-L-2104 C

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation CIE

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation CF (ersetzt seil 1994 die API-Klassifikation CD)

Motorenöle gemäss der API-Klassifikation CF-4

Getriebeöle gemäss der API-Klassifikation GL 3 (mild leg. Getriebeöle)

Getriebeöle gemäss der API-Klassifikation GL 4 bzw. gemäss der Spezifikation MIL-L-2105

Getriebeöle gemäss der API-Klassifikation GL 5 bzw. gemäss der Spezifikation MIL-L-2105 B/C/D

Getriebeöl nach API-Klassifikation GL 5 Limited-Slip (LS) für Sperrdifferentiale

Getriebeöl nach API-Klassifikation GL 4 und GL 5

Automatic Transmission Fluid Type A, SUFFIX A

Automatic Transmission Fluid DEXHOM II-D (ist ersetzt durch ATF Dexron lil-F/G)

Automatic Transmission Fluid DEXRON II-E (Ist ersetzt durch ATF Dexron 111-F/6)

Automatic Transmission Fluid DEXRON III-F oder DEXRON III-G

Aulomatic Transmission Fluid gemäss Ford M2C-33 F oder -33 G bzw. M2C-9007 AA

Automatic Transmission Fluid Mercon

 

Getriebefette gemäss DIM 51 502 oder DIN 51 826

Schmierfett gernäß DIN 51 502 oder DIN 51 825

 

Sonstige Schmierstoffbezeichnungen entsprechen den Angaben und Anforderungen der DIN 51502 sowie den darin festgelegten Normen.

 

VA/HA          Vorderachse/Hinterachse


Inhalt von:Ing. Karl ESKE