SICHERHEIT GEHT VOR – IN DEINEM INTERESSE!

 

Das Reparieren, Warten und Pflegen eines Fahrzeugs ist ein schönes Hobby, bei dem die Zeit wie im Fluge vergeht. Damit dieser Spaß niemals aufhört und Du Dein Fahrzeug durch das Entdecken noch nicht gesehener Teile immer besser kennen lernen kannst und dadurch die Beziehung zu Deinem Kultgegenstand immer inniger wird, beachte bitte die unten angeführten Sicherheitsratschläge sowie die zusätzlichen Hinweise im Haftungsausschluss (am Anfang der Seite), damit es niemals zu gefährlichen Unfällen kommen kann!

 

Ich bin sicher, dass hier auch für den Profi etwas dabei ist.

 

23 Ratschläge, die Du bei der Durchführung Deiner Arbeiten beachten solltest!

Asbest

Feuer

Dämpfe

Die Batterie

Dieselmotoren

 

23 Ratschläge, die Du bei der Durchführung Deiner Arbeiten beachten solltest!

  1. Arbeite niemals unter dem Fahrzeug, wenn Du es mit einem Wagenheber hochgehoben hast, sichere es mit zumindest zwei kostengünstigen Unterstellböcken auf festem Untergrund, damit das Fahrzeug nicht abrutschen kann.
  1. Löse  oder ziehe niemals fest angezogene Schrauben, wenn das Fahrzeug am Wagenheber steht. Das dabei wirkende Moment kann das Fahrzeug vom Wagenheber ziehen!

  2. Starte niemals den Motor, wenn Du Dich nicht zuvor vergewissert hast, dass der Ganghebel in Leerlaufstellung steht und die Handbremse angezogen ist. Dies ist besonders wichtig, wenn Du nicht im Fahrzeug sitzen solltest!

  3. Den Kühlerverschluss eines heißen Motors immer langsam und vorsichtig unter Verwendung eines Tuches öffnen und den Druck zuerst langsam ablassen! Ansonsten drohen schlimme Verbrennungen durch das herausschießende Kühlwasser!

  4. Vorsicht beim Ablassen von heißem Motoröl – der Motor soll zwar warm sein, damit alle Ablagerungen hinausgespült werden, es drohen trotzdem Verbrennungen wenn keine Schutzhandschuhe verwendet werden!

  5. Berühre keine Teile des Motors oder des Auspuffsystems bevor Du Dich nicht davon überzeugt hast, dass die Teile ausgekühlt sind!

  6. Bremsflüssigkeit und Frostschutzmittel können den Lack Deines Fahrzeugs ernsthaft beschädigen! Vermeide deshalb unbedingt den Kontakt mit der Lackierung!

  7. Sauge niemals giftige Flüssigkeiten wie Kraftstoff, Bremsflüssigkeit oder Frostschutz mit dem Mund an und vermeide direkten längeren Hautkontakt mit diesen Flüssigkeiten!

  8. Vermeide das Einatmen von Staub und verwende Schutzmasken, da dies zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen kann (siehe auch Asbest weiter unten)!

  9. Reinige umgehend den Boden Deiner Werkstatt von Ölresten und Fett, bevor jemand darauf ausrutschen kann!

  10. Benutze keine beschädigten Zwingen, abgenützte Nüsse und Werkzeuge, welche abrutschen und so zu Verletzungen führen können!

  11. Hebe schwere Fahrzeugteile stets zu zweit vom Fahrzeug und besorge Dir Hilfe beim Lockern von danach herabfallenden Teilen.

  12. Führe Deine Arbeiten sorgfältig und in Ruhe aus, lasse Dich nicht stressen und nimm keine nicht bewiesenen/nachvollziehbaren Abkürzungen der Dir bekannten Reparaturmethode!

  13. Halte Kinder und Tiere von Deiner Werkstätte fern und erlaube ihnen nicht den Aufenthalt im zu reparierenden Fahrzeug!

  14. Trage Schutzbrillen, wenn Du Elektrowerkzeuge (z.B.: Bohrmaschine, Drehmaschine, Winkelschleifer) benutzt und wenn Du unter dem Fahrzeug arbeitest!

  15. Benutze Schutzcremes oder Schutzhandschuhe, wenn Du schmutzige, ölige Arbeiten verrichtest – sie schützen Deine Haut vor Infektionen durch das Öl und begünstigen das Abwaschen des Schmieröls nach der Reparatur. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass Schutzcremes Deine Hände nicht schlüpfrig machen!
    Beachte, dass längerer Kontakt mit Altöl zu Gesundheitsschäden führen kann!

  16. Halte lose Kleidungsstücke (Krawatten, aufgeschlagene Ärmel u.ä.) und langes Haar von in Bewegung befindlichen Maschinenteilen fern (z.B.: Keilriementrieb) !

  17. Entferne Schmuck wie Ketten und Ringe bevor Du am Fahrzeug arbeitest – dies gilt vor allem bei Arbeiten an der elektrischen Anlage des Fahrzeugs (die Batterie kann trotz ihrer 12V Ringe zum schmelzen bringen)!

  18. Bei der Verwendung von Flaschenzügen und Winden überzeuge Dich vor dem Gebrauch von dessen einwandfreien Zustand und ob ihre Nennlast größer als das zu hebende Gewicht ist!

  19. Halte Deinen Arbeitsplatz ordentlich und sauber! Zu leicht kann man über herumliegende Gegenstände stürzen!

  20. Wenn Du alleine an Deinem Fahrzeug arbeiten willst, dann beauftrage eine zuverlässige Person damit, sich regelmäßig um Deinen Zustand zu erkundigen (geht auch per Telefon), damit Du mit Hilfe rechnen kannst, wenn etwas unvorhergesehenes passieren sollte!

  21. Führe Deine Arbeit in logischen, zusammenhängenden Arbeitsschritten aus und kontrolliere nach Abschluss der Arbeiten alles noch einmal auf korrekte Montage und ob alle Schrauben fest sind.

  22. Erinnere Dich an die Gefährlichkeit Deines Fahrzeugs für Dich und Andere! Falls Du Dir nicht sicher bist, oder Zweifel hast, dann hole den Rat eines Fachmannes ein oder beauftrage eine Werkstätte mit der Fertigstellung Deiner Reparatur!
 

Denke immer daran, dass Du Dich trotz genauer Befolgung dieser Ratschläge jederzeit verletzen kannst und suche in solchen Fällen rechtzeitig einen Arzt auf!

 

 

Asbest

Kupplungen, Bremsbeläge, Dichtungen, Dämmstoffe,… Deines Fahrzeugs können Asbest enthalten! Vermeide auf jeden Fall das Einatmen von Staub solcher Produkte! Falls Du Dir über die Zusammensetzung dieser Teile nicht sicher bist, dann gehe davon aus, dass sie Asbest enthalten und mit Vorsicht zu behandeln sind!

 

Feuer

Kraftstoff ist feuergefährlich und explosiv! Vermeide offenes Licht und Rauchen, wenn Du am Fahrzeug arbeitest!

Bedenke aber auch, dass ein einfacher Funken, ausgelöst durch das Schließen eines elektrischen Schaltkreises, beim Berühren zweier Metallflächen, beim Schleifen oder durch statische Elektrizität in Deinem Körper, welche sich bei günstigen Bedingungen aufbauen kann ausreicht um Kraftstoffdämpfe zu entzünden oder bei geschlossenen Räumen zu einer Explosion dieser Dämpfe führen kann.

Bevor Du Arbeiten an der elektrischen Anlage oder am Kraftstoffsystem und Fahrzeugtank durchführst, schließe daher stets das Massekabel ("-" Pol der Batterie) ab und riskiere niemals, dass Treibstoff auf heiße Motor- oder Auspuffteile spritzen kann!

Ein Handfeuerlöscher der zum Löschen von festen- und flüssigen Stoffen, sowie von elektrischen geeignet ist (ABC-Löscher nach ÖN F1050) hat in vielen Bastel- und professionellen Werkstätten schon oft bei plötzlich ausgebrochenen Bränden Hilfe geleistet, weshalb ich Dir eine Anschaffung eines solchen Gerätes in einer Größenordnung von zumindest 10 kg dringend empfehle. Bitte beachte auch, dass Handfeuerlöscher zumindest alle 2 Jahre von einem dazu berechtigten Betrieb auf ihre Funktion überprüft werden sollten.

 

Dämpfe

Viele Dämpfe eines Fahrzeugs sind hochgiftig und führen beim Einatmen auch in geringen Mengen zu rascher Bewusstlosigkeit und in weiterer Folge zum Tot. Kraftstoff- und Lösungsmitteldämpfe sind in dieser Hinsicht besonders gefährlich, ebenso wie das Reinigungsmittel Trichloräthylen. Falls Du solche Flüssigkeiten bei Arbeiten verwenden solltest, dann führe diese Arbeiten stets im Freien oder in gut belüfteten Räumen durch!

 

Vor der Verwendung von Lösung-, und Reinigungsmitteln (Bremsen- und Sicherheitsreiniger) sind die Sicherheitshinweise auf der Verpackung durchzulesen und einzuhalten!

Von der Verwendung von Substanzen aus unbeschrifteten Behältern wird dringend abgeraten, da keine genauen Rückschlüsse auf die Gefährlichkeit der Substanzen gezogen werden können.

Beachte beim Umfüllen der oben beschriebenen Substanzen in andere Flaschen, dass diese stets deutlich gekennzeichnet sind und nicht mit Limonadeflaschen verwechselt werden können, da es beim versehentlichen Verschlucken dieser Flüssigkeiten zu ernsthaften Vergiftungen und Gesundheitsschäden (Verätzungen im HNO-Bereich und der Verdauungsorgane) kommen kann!

 

Abgase enthalten hochgiftiges Kohlenmonoxid (CO), weshalb Du den Motor Deines Fahrzeuges niemals bei geschlossenem Garagentor betreiben oder testen solltest. Führe solche Arbeiten im Freien oder bei geöffneten Garagentor mit dem Fahrzeugheck im Freien durchführen solltest. Falls Du glücklicher Besitzer einer Montagegrube bist, dann achte besonders darauf, dass Kraftstoff-, Lösungsmitteldämpfe und Abgase aufgrund ihrer Zusammensetzung schwerer als Atemluft sind und sich im Bereich der Grube konzentrieren, wodurch es auch bei geöffneten Garagentor und eventuell vorhandenen Fenstern zu gesundheitsschädlichen Gaskonzentrationen in der Montagegrube kommen kann.

 

Die Batterie

Aufgrund der elektrochemischen Reaktion innerhalb des Bleiakkumulators kommt es bei Belastung desselben (sowohl beim Laden als auch beim Entladung) zur Bildung von Wasserstoff, welcher sich mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft zu hochexplosiven Knallgas verbindet.

(Vielleicht ist Dir der Versuch mit Wasserstoff aus der Chemiestunde bekannt, wobei beachtliche Explosionen mit minimalen Mengen Wasserstoff erzielt werden)

Halte aus diesem Grund offenes Licht und Funken von der Fahrzeugbatterie fern und trenne vor Arbeiten am Kraftstoffsystem oder an der Elektrik des Fahrzeugs stets den Massepol (-) von der Batterie.

 

Entferne, wenn möglich, beim Laden die Nachfüllstopfen der Batterie und vermeide zu rasches Laden unter Verwendung von zu hohen Ladeströmen (max. 8A) da die Batterie durch die beim schnellen Laden rasch entstehenden Ladegase explodieren kann.

 

Die Batteriesäure oder auch Elektrolyt (Schwefelsäure) ist ätzend und giftig! Vermeide deshalb den Kontakt mit Haut, Augen und Kleidung! Sei daher beim Transport und Ausbau der Batterie vorsichtig!

 

Schwefelsäure ist stark hygroskopisch und erwärmt sich beim Verdünnen stark, wodurch es zum Verspritzen der Lösung kommen kann.

 

Falls Du jemals den Elektrolyt aus gekaufter Schwefelsäure selbst herstellen solltest (Batterien haben eine 20-24%-ige Schwefelsäure), dann gieße stets die Säure sehr langsam und in geringen Mengen in das destillierte Wasser und niemals umgekehrt und Schütze Deine Augen und Deinen Körper mit Schutzbrillen und Gummihandschuhen und –Kleidung vor eventuellen Spritzern aus der Reaktion der Säure mit dem Wasser.

 

Beachte bei Starthilfe von Fahrzeugen mit negativer Masse stets folgende Anschlusshinweise, damit es zu keiner Überladung und eventuellen Explosion der schwachen Batterie kommen kann:

 

Verbinde zuerst das positive, rote Kabel (+) mit den dazugehörigen Anschlüssen auf den Batterien. Anschließend schließe zuerst das andere schwarze Kabel an den Minuspol (-) der starken, aufgeladenen Batterie an und verbinde das andere Ende des Kabel mit einem guten Massepunkt (Motor der Karosserie) im Abstand von 45cm zur schwachen Batterie am zu startenden Fahrzeug. Versichere Dich, dass die Kabel mit keinen sich bewegenden Motorteilen in Kontakt stehen und löse die Leitungen nach dem Starten des Wagens in umgekehrter Reihenfolge.

 

Die  wichtigsten Sicherheitshinweise für elektrische Werkzeuge

 

Vergewissere Dich, dass das zu verwendende Gerät und das dazugehörige Kabel frei von Beschädigungen (Risse, Schnitte, etc.) ist und alle Schutzvorrichtungen montiert sind.

Beachte, dass das Kabel gut im Stecker sitzt, das Gerät ordnungsgemäß geerdet ist und den gültigen Sicherheitsbestimmungen entspricht. Verwende keine elektrischen Geräte in der Nähe von entzündbaren Flüssigkeiten und deren Dämpfen, da sich diese durch die Hitze im Inneren des Gerätes oder durch Schaltfunken entzünden können!

Halte lose Kleidungsstücke, Schmuck und Haare von rotierenden oder beweglichen Teilen fern!

 

Dieselmotoren

Dieseleinspritzungen arbeiten mit hohem Druck, austretender Kraftstoff kann zu ernsthaften Verletzungen führen (der Kraftstoff durchdringt durch seinen Druck ohne Mühe die Haut, wodurch es zu einer Blutvergiftung kommt)!

Sei daher stets vorsichtig im Umgang mit dem Einspritzsystem (auch bei abgestelltem Motor), trage Schutzhandschuhe, -Brillen und lege beim Öffnen ein saugfähiges Putztuch über die Teile!

 

Viel Spaß beim Schrauben!

Inhalt von:Ing. Karl ESKE